Aktualisiert (Montag, 11. Januar 2010 um 21:23)
Welcher Dämmstoff darf es sein?Für das nachträgliche Dämmen vom zweischaligen Mauerwerk, Dachschrägen, Geschossdecken, Drempel und anderen Hohlräumen bieten sich verschiedene Einblasdämmsysteme an.
Besonders beim Ausblasen der zweischaligen Mauerwerke stellt sich für den Hauseigentümer immer wieder die Frage:
Für die Wahl des geeigneten Dämmstoffes sollte man als Hauseigentümer einige Kriterien bedenken.
Firma Struck bietet die 3 gängigsten Dämmstoffe für die Einblasdämmung in das zweischalige Mauerwerk an. Jeder dieser Dämmstoffe hat Vorteile, aber auch Nachteile. Eine Lösung, die nur Vorteile verspricht, gibt es leider nicht.
Aufgrund der unterschiedlichen Materialeigenschaften kann man für jede Konstruktion den geeigneten Dämmstoff auswählen.

Rockwool Steinwolle
Die Rockwool Steinwolle hat viele interessante Vorteile
Vorteile Rockwool Steinwolle:
- Erfahrung seit über 30 Jahre mit Einblasdämmungen in Wände
- sackfest und formstabil
- hoch diffusionsoffen
- verbesserter Schallschutz
- Sehr hoher Brandschutz
- problemlos verbaubar bei Jalousienkästen, etc. mit kleinen Öffnungen
- problemlos verbaubar bei Giebel und Traufenbereichen mit offenem Mauerwerk
- gesundheitlich unbedenklich
- Material wird aus natürlichen Ressourcen entnommen
Nachteile Rockwool Steinwolle:
- Mehr Bohrlöcher als bei Perlite oder Rigibead Verbauung erforderlich
Infos:
Mit Steinwolle ausgeblasene Wände verfügen über einen höheren Schallschutz. Das ist besonders für Häuser sehr interessant, die in einer lauten Umgebung stehen (z.B. Hauptstraßen, Gewerbegebiete, etc.)
Die eingeblasene Steinwolle hat kein Setzungsverhalten wie Schüttgutdämmstoffe.
Das bedeutet das für Sie, Ihr Haus hat im oberen Bereich keine ungedämmte Schicht, weil die Dämmung sich im laufe der Zeit „gesetzt hat“.
Wenn später Umbauten anstehen, wie z.B. Wanddurchbrüche, neue Fenster & Türen, Rohrdurchführungen durch die Außenwände, etc., kann die Wand problemlos geöffnet werden. Die eingeblasene Steinwolle sitzt fest in der Hohlschicht und kommt Ihnen nicht entgegen. Diese Eigenschaft ist sehr wichtig, denn wer kann heute schon sagen, dass er die nächsten 20 Jahre nichts mehr in diesem Bereich verändern wird?
Im Vorfeld kann man oftmals schwer beurteilen, ob das Mauerwerk im Giebel- und Traufenbereich (Dachrinnenseite) überall zum Dach hin verschlossen ist. Schüttgutdämmstoffe wie Rigibead und Perlite stoßen in solchen Fällen auf Probleme. Diese Dämmstoffe rieseln dann durch die offenen Bereiche heraus. Die gedämmte Fläche bekommt Lücken und der heraus gerieselte Dämmstoff liegt in der Dachrinne oder fliegt gar beim Nachbarn im Garten. Die Rockwool Steinwolle hat hiermit keine Probleme. Aufgrund der Formstabilität kann die Dämmung auch dort problemlos eingeblasen werden, wo das Mauerwerk im Anschlussbereich nicht verschlossen ist. Die Rockwool Steinwolle für das Mauerwerk ist speziell imprägniert und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Es muss aber gewährleistet sein, das keine aufsteigende Feuchtigkeit durch den Sockelbereich in die Steinwolle einziehen kann. Eine intakte Horizontalabsperrung sollte gegeben sein.
Als Nachteil der Steinwolle muss man an erster Stelle die höhere Anzahl an Bohrlöchern nennen. Bei der Steinwolle wird die Dämmung seitlich aufgebaut, dass heißt, es werden deutlich mehr Bohrlöcher benötigt, als z.B. bei Rigibead oder Perlite. Der Dämmwert mit einer WLG 040 bei der Steinwolle ist schon sehr gut. Allerdings liegt der etwas bessere Dämmwert mit WLG 035 bei z.B. Rigibead.
Erfahrungsgemäß entscheiden sich die meisten Kunden für die Steinwolle, da dieses Produkt in seiner Gesamtheit meistens am Überzeugensten ist.

Rigibead - Styroporkugeln mit Grafitbeschichtung
Auch Rigibead weißt interessante Vorteile auf:
Vorteile Rigibead:
- Material hat einen sehr hohen Dämmwert mit WLG 035
- Es werden relativ wenig Bohrlöcher zu einblasen benötigt
- Der Dämmstoff kann bei dichtem Mauerwerk schnell verbaut werden
- Nimmt keine Feuchtigkeit auf
Nachteile Rigibead:
- Bei alten und undichten Rollädenkästen müssen alle Kästen im Haus vor der Verfüllung geöffnet und abgedichtet werden.
- Es muss sicher sicher sein, dass das Mauerwerk im Dachanschlussbereich komplett verschlossen ist, ansonsten entsteht ein sehr hoher Abdichtungsaufwand
- Dämmstoff setzt sich im Nachhinein
- Keine Langzeiterfahrung, Produkt erst seit 2007 auf dem Markt
Infos:
Rigibead als Dämmstoff in das zweischalige Mauerwerk bietet sich vor allem bei Häusern an, deren Mauerwerke bereits dicht verschlossen sind. Der Hauseigentümer sollte für sich darüber im klaren sein, dass anstehende Umbauarbeiten an den Außenwänden, aber auch Umbauten in den Räumen, die eventuell die Außenwände mitbetreffen, abgeschlossen sind.
Man kann zwar auch eine mit Rigibead verfüllte Außenwand im Nachhinein öffnen, aber so eine Maßnahme ist nicht problemlos durchführbar.
Wenn sämtliche Umbauten schon abgeschlossen sind und man weiß, dass man über einen langen Zeitraum (20 Jahre empfiehlt sich) nicht mehr irgendwelche Veränderungen plant, ist Rigibead eine interessante Alternative. Leider kann man über einen solchen Zeitraum aber nur sehr schwer planen.
Bei Häusern mit alter Toneindeckung ( mit Mörtelverstrich), oder auch bei neu eingedeckten Häusern mit Unterspanbahnen ist es kaum zu gewährleisten dass die Wände oben überall verschlossen sind.
Auch durch vorheriges Abnebeln kann man das nicht immer feststellen.
Es besteht die Gefahr, dass der eingeblasene Dämmstoff hinter vorhandene Konstruktionen oder in die Dachrinnen läuft. Für den Hauseigentümer ist es dann besonders ärgerlich, wenn die alte verstrichene Toneindeckung oder auch die neue Unterspanbahn an einigen Stellen geöffnet werden muss, um die undichten Stellen zu orten.
Rigibead wird aufgrund des hohen Dämmwertes oft von Architekten bevorzugt. Besonders in Kombination mit einem Vollwärmeschutz kann die Stärke der Außendämmplatten oftmals deutlich reduziert werden. Man vermeidet somit den bekannten „Schießscharten Effekt“ bei den sanierten Häusern.
Fazit:
Rigibead empfiehlt sich bei Häusern, die bereits ein dicht geschlossenes Mauerwerk haben, oder wo sich die Öffnungen einfach verschließen lassen. Die Umbauplanung sollte möglichst abgeschlossen sein.

Perlite – aufgeblähtes Vulkangestein
Der natürliche Dämmstoff
Vorteile Perlite:
- Material wird aus natürlichen Ressourcen entnommen
- es werden relativ wenig Bohrlöcher zu einblasen benötigt
- Der Dämmstoff kann bei dichtem Mauerwerk schnell verbaut werden
- nimmt keine Feuchtigkeit auf
- wird schon seit Jahrzehnten verbaut
Nachteile Perlite:
- Bei alten und undichten Rollädenkästen müssen alle Kästen im Haus vor der Verfüllung geöffnet und abgedichtet werden.
- Es muss sicher sicher sein, dass das Mauerwerk im Dachanschlussbereich komplett verschlossen ist, ansonsten entsteht ein sehr hoher Abdichtungsaufwand
- Material ist staubend
- Die Perlite hat einen schlechten Dämmwert. In der Regel beginnt die WLG ab 045
- Dämmstoff setzt sich im Nachhinein
Infos:
Perlite ist ein Schüttgutdämmstoff, genauso wie Rigibead. Somit kommen hier ähnliche Verbauungsnachteile zum Tragen, wie beim Rigibead. Der wesentliche Unterschied bei der Perlite ist, dass das Material bei der Verbauung stärker staubt und dass der Dämmwert niedrig ist. Perlite wird durch die Firma Struck recht selten verbaut. Das liegt daran, dass unsere Kunden im direkten Vergleich sich meistens für Rigibead entscheiden. Beide Produkte weisen ähnliche Eigenschaften auf, wobei in den meisten Punkten die Vorteile von Rigibead überzeugen.
Perlite wird in erster Linie als „ökologischer Baustoff“ gewählt. Kunden, die hier die höchste Priorität sehen, entscheiden sich nach wie vor für Perlite. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Perlite für die Verbauung in das Mauerwerk zuvor hydrophobisch imprägniert sein muss. Diese Imprägnierung besteht aus Chemie, folglich sollte man diesen Aspekt bei der ökologischen Auswahl mitbedenken.
Perlite wird oft als Geschossdeckendämmung bei alten Bauernhäusern eingesetzt. Da die Perlite ein Schüttgut ist, nisten sich hier keine Marder und Mäuse ein. Die Gänge der Tiere fallen hinten ihnen zusammen. Da das Problem mit diesen Tieren vorrangig bei den genannten ländlichen Bauernhäusern auftritt, werden meistens nur dort die Decken mit der Perlite gedämmt. Der Nachteil einer Geschossdeckendämmung mit Perlite besteht darin, dass das Material durch die kleinsten Öffnungen durchstauben kann.
Sehr geehrter Hauseigentümer,
an den genannten Beispielen sehen Sie, wie wichtig die Planung mit dem richtigen Dämmstoff ist. Wir helfen Ihnen gerne bei der richtigen Auswahl und stehen Ihnen telefonisch und auch vor Ort zur Verfügung. Bevor eine Hohlschicht verfüllt werden kann, ist es wichtig, die Beschaffenheit der Hohlschicht genau zu überprüfen. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, dass sich ein Mitarbeiter von uns gemeinsam mit Ihnen die Gegebenheiten anschaut.
Firma Struck
Ihr zertifizierter Einblasfachbetrieb




